Campingplätze in Nordamerika und Kanada und ihre Lagerfeuer

Wir haben bis jetzt schöne wilde Campingplätze gefunden. Das „iOverlander-App“ gibt offline die Koordinaten an und beschreibt die Plätze. Wir haben aber auch realisiert, dass das wilde Campieren nicht mehr so grosszügig geduldet wird. In Jasper und Banff wird man im ganzen Nationalpark mit einer Busse bis zu 2500 Fr. bestraft. In der Nähe vom Zion-Nationalpark bekamen alle Wildcamper eine Busse. Wir hatten das Glück, dass neben unserem Platz ein paar junge Leute waren, die sich irgendwie gut herausschwatzen konnten. In Städtchen am Meer, wie z.B. Carlsbad in Kalifornien, wird auf Parkplatztafeln unmissverständlich darauf hingewiesen, dass nur schon das Parkieren über Nacht verboten ist.

Die Tatsache, dass wir zum Schlafen das Dach aufklappen müssen und man von weitem sehen kann, dass wir über Nacht bleiben werden, macht es manchmal nicht einfach. So kommt es, dass wir sehr oft einen offiziellen Campingplatz ansteuern. In den Nationalparks konnten wir Plätze per Internet reservieren oder es gilt „first come, first serve“. Das heisst, dass wir uns oft schon um 9.00 Uhr morgens für den neuen Campingplatz in die Reihe stellten.

Kein Camping ohne Lagerfeuer! Auf jedem Campingplatz gibt es einen Picknicktisch und einen Feuerring. Auch wenn es noch hell ist, auch wenn das Holz viel zu feucht oder zu teuer ist, auch wenn es nichts zum Braten gibt, auch wenn in der Ferne die Wälder brennen, es wird ein Feuer entfacht. Die Nordamerikaner und Kanadier lieben es, zuerst kommt der Griff in die Bierbox und der zweite geht direkt an die Axt. Die Väter scheiten mit den Kindern das Holz zu kleinen Stücken, während die Mama sich etwas zum Lesen holt oder in der Küche hantiert. Danach wird das ganze Campingareal eingeräuchert. Ich konnte mir im Kathleen Lake Campground diese schnippische Frage nicht verkneifen: „Francois*, warum hast du jetzt ein Feuer gemacht? Für nichts, nur Rauch, überall.“ Worauf ich einen Holzstecken in die Hand gedrückt bekam, ein Marshmallow braten musste, welcher dann zwischen zwei Grahamkeksen mit einem Stück Schokolade (aus der Schweiz!) gedrückt wurde. SMORE! Herrlich hat`s geschmeckt! So frech war ich dann nie mehr und wir wussten uns in der Zukunft zu helfen: Es gab Plätze, an denen wir dann für den Abend geflohen sind und erst auf die Nachtruhe zurückgekehrt sind, weil wir kleine Lust auf eine Vergiftung hatten! Zeit für ein Kompliment an Overlandtechnics: Der Zeltstoff ist 100 Prozent dicht gegen alle unangenehmen Gerüche von aussen. Wenn die Türen und Fenster schnell geschlossen werden, kann man sich wunderbar im Landy aufhalten.


* Heidi und Francois mit Kleinkind Helena haben spontan mit uns ihren Campingplatz für zwei Tage geteilt, weil wir viel zu spät eintrudelten und wohl verzweifelt aussahen, nachdem wir zwei Runden gedreht hatten. Wir haben die Familie ein paar Wochen darauf in Whitehorse besucht.

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