Ein unvergessliches Erlebnis – die Rancho Escondido

Wir werden auf einer 200 Kilometer langen sandigen Piste durch die Ebenen und Canyons der Vizcaino-Wüste geführt. Wegen einer Irreführung unseres GPS müssen wir umkehren und entscheiden eine andere Bleibe für die Nacht anzusteuern. Von Georgina, der Frau des Bauern, werden wir am Tor der Rancho Escondio herzlich begrüsst. Sie weist unseren zwei Autos einen Platz auf dem Hof zu.

Sie erzählt, dass die Männer eben eines ihrer Tiere schlachteten, worauf wir mit einem „Oje!“ reagieren. Sie wiederum lacht uns aus und sagt, dass wir deshalb in den Genuss von frischem Fleisch kämen. Und schon kommt der Pickup durch das Tor gefahren, seine Ladefläche gefüllt mit riesigen Fleischstücken in Plastikbecken. In einer kleinen Bar werden die Mocken zerkleinert und für uns in der Küche zubereitet. Mhmm, lecker. Dazu gibt es handgemachte Tortillas, eine Salsa aus Tomaten, Zwiebeln und Koriander und die frische Haus-Chilisauce.

Per Zufall haben wir erfahren, dass der 9-jährige Leo, der Sohn der befreundeten Familie des Ranchos, nicht zur Schule geht. Der Unterricht in Mexiko ist obligatorisch und zum Glück auch gratis, aber für die Familien hier draussen ist es viel zu aufwändig, ein Kind über eine Stunde jeden Tag zur Schule zu fahren. Dies ist ein ungelöstes Problem in den ländlichen Gegenden. In Nordamerika haben sie ein gutes System, denn die Kinder dürfen zuhause unterrichtet werden und müssen dann in regelmässigen Abständen die offiziellen Tests bestehen.

Am nächsten Morgen führt uns Oscar mit seinem Ford F150 Pickup-Truck an zwei versteckte Orte mit prähistorischen Felszeichnungen. Wir sind begeistert davon, aber auch von der Musik, die er uns im Auto vorspielt. Schaut euch das Video an.

Dann ist die Zeit gekommen und wir müssen uns verabschieden und weiterziehen. Manchmal fällt es uns sehr schwer, weil wir wissen, dass wir nie mehr hierher zurückkehren werden.

Immer wieder denken wir an diesen Besuch in der Rancho Escondio. Warum ist das so?

Weil sie an einem einsamen Fleck auf dieser Erde liegt, eben tatsächlich versteckt?
Weil wir das erste Mal unsere Sprachkenntnisse so richtig ausprobieren konnten?
Weil uns Oscar zu den Felszeichnungen geführt hat, auf die er so stolz ist?
Weil uns Oscar am Schluss fünf Musikstücke seiner Band zugeschickt hat?

Was macht ein Erlebnis unvergesslich?

Oft haben wir darüber nachgedacht. Es muss eine Mischung aus verschiedenen Faktoren sein. Wir haben uns an diesem Ort sehr geborgen gefühlt, die Menschen haben uns freundlich aufgenommen und wir konnten uns mit ihnen austauschen.
Einen kurzen Moment lang durften wir einen Einblick in ihr alltägliches Leben bekommen.

0 comments on “Ein unvergessliches Erlebnis – die Rancho Escondido

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.