Unser Alltag in Ensenada

In Ensenada werden wir herzlich empfangen. Hier wohnen wir also zwei Wochen und lernen in der Schule Spanisch. Ja, nun ist sie da, die sehnlichst erwartete fremde Welt, wie wir sie uns gewünscht haben. Nun sind wir angekommen, in einer Welt, die unsere Sinne herausfordert und berauscht. Fremd sind all die Laute der Vögel, das Gehupe der Fahrzeuge und das Dröhnen lauter Musik aus den Läden. Ganz ungewohnt sind die Gerüche, die über der Stadt hängen, entweder riecht es nach würzigem Essen, welches am Strassenrand gekocht wird, oder nach brennendem Abfall.

Die Strassen sind staubig und gespickt mit tiefen Löchern, die Sebastian geschickt umfährt. Das Gehen auf den Trottoirs ist auch eine Herausforderung, am besten richtet man die Augen immer auf den Boden. Wenn nicht, besteht Gefahr hinzufallen.

So viel Fremdes hat uns dann doch überfordert. Was macht man dann, wenn man sich gar nicht mehr heimisch fühlt? Wir finden zum Glück am zweiten Abend die Bar Hussongs. Ein richtiges Clubhaus, das uns an das legendäre Clubhaus an der Lagerstrasse in St.Gallen erinnert. Herrlich. Wenn wir unseren Kopf von den vielen Eindrücken leeren wollen, dann hier, mit einem Bier. Und mit lauter Musik von den Mariachikapellen, die jeden Abend hier ihr Bestes geben.

Die Schule „Pacific Spanish Institute“ ist sehr familiär. Es gibt drei kleine Schulräume und eine Küche. Wir werden in der ersten Woche von Reyna unterrichtet, sehr strukturiert und mit viel Engagement. In der zweiten Woche gibt es einen Wechsel, Lydias Unterricht ist spontaner, intuitiver und auch mit viel Herzblut. Dass wir gleich am Anfang unserer Reise Spanisch lernen, war eine sehr gute Entscheidung, denn die Mexikaner und Mexikanerinnen sprechen selten Englisch. Schön ist es zu erleben, wie sie sich jeweils freuen und amüsieren, wenn wir versuchen in ihrer Sprache zu kommunizieren! Es bricht auch gleich das Eis, denn es scheint, dass es ihnen unangenehm ist, dass sie kein Englisch sprechen.

Nach der Schule sind wir jeweils fix und fertig. Denn wir essen auch jeden Tag einen Znüni (Almuerzo) und einen kleinen Zmittag (Comida) miteinander. Es gehört zum Ritual der Schule, dass man auch einmal pro Woche miteinander ein typisches Menu kocht. Es bleibt also keine Zeit, uns während den 6.5 Stunden auszuklinken! Aber eben, Immersion, so muss das sein!

Wenn wir nach gehen 14.30 Uhr nach Hause kommen, wartet Blanca, unsere Gastmutter, mit einem feinen Mittagessen auf uns. Luxus pur! Und das Beste ist, wir essen uns schon mal durch den mexikanischen Menüplan und hören dabei Blancas wundervoll ausgeschmückten Geschichten zu. Ihre Gabe, uns jedes Wort zu umschreiben und mit Händen und Füssen zu reden, macht es uns einfach, sie zu verstehen.

Zudem findet an unserem letzten Wochenende in Ensenada der Día de los Muertos statt, was eine interessante Erfahrung ist. Darüber aber mehr im nächsten Bericht. Wir werden von Andrea und Noé, einem befreundeten Paar aus dem Kanton Luzern, die mit ihrem Jeep ein halbes Jahr unterwegs sind, abgeholt. Nun geht die Reise zu viert weiter.

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