Mexiko-City!

Während einer Reisepause im Hotel Hope Springs in Desert Hot Springs haben wir von Tom aus Los Angeles einen wichtigen Tipp für Mexiko-City bekommen: Sucht euch eine Bleibe im Quartier Roma oder Condessa. So wählen wir mit Andrea und Noé zusammen eine tolle Airbnb-Wohnung in Roma Norte aus.

Diese Orte gelten mittlerweile als sehr sicher, es gibt kleine Bars und Restaurants mit unterschiedlichstem Angebot. Die Nachbarschaft wird angehalten aufmerksam zu sein und Verdächtiges zu melden. Das lesen wir auf kleinen Infozettel, die an den Strassenlaternen und Mauern kleben. Wir staunen über das viele Grün in dieser Stadt, am Strassenrand wuchern exotische Pflanzen. Ich kenne die meisten aus den 70er-Jahren, denn sie schmückten damals viele Schweizer Wohnungen. Heutzutage scheinen sie bei uns auch wieder beliebt zu sein.

Die Ausflüge, die wir unternehmen, sind alle atemberaubend. Der erste Trip führt uns in die historische Stadt, zum Zócalo mit den Murals von Diego im Palacio Nacional, vorbei am Templo Mayor und zum Mittagessen ins Restaurant im Torre Latinoamericana der erste Wolkenkratzer gebaut im Jahr 1956 mit 44 Stöcken.

Das Museo National de Antropología gibt uns einen ersten Eindruck zu den hochentwickelten Völkern, die vor der Kolonialisierung hier lebten. Die Säle sind angereicht mit archäologischen Sammlungsstücken und architektonischen Beispielen der Mayas, Azteken usw. Im ersten Stock werden wunderschöne textile Handarbeiten, Schmuck und Bauten der gegenwärtigen indianischen Völker von Mexiko ausgestellt.

Vor dem Museum überrascht uns eine Vorführung des Rituals der Danzas de los Valandores de Papantla.

Dann der Höhepunkt für mich: das Atelier- und Wohnhaus von Frida Kahlo und Diego Riviera. Im Atelier von Frida zu stehen rührt mich zu Tränen, worauf die Ausstellungsaufsicht mir erlaubt, mich auf einen der Korbstühle zu setzen. Ich hege den Wunsch, diesen Ort zu besuchen, schon seit ich den Film über Frida gesehen habe. Die Freude und die vermeintliche Nähe überwältigen mich.

Per Zufall lesen wir in einem Magazin, dass James Turell eine neue Ausstellung eröffnet hat. Das dreistündige Warten füllen wir mit Mittagessen und Herumsitzen. Wir werden dafür sehr belohnt. Die Ausstellung verwirrt unseren Sehsinn und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Am zweitletzten Abend geniessen wir ein Konzert der deutschen Band Aparat, nachdem wir um die Ecke der Konzerthalle sehr feine Tacos gegessen haben.

Und zum Schluss: Glück im Unglück?

In Mexiko City wollen Andrea und ich vor allem das Casa Azul, in dem Frida aufgewachsen ist und auch als erwachsene Frau wieder darin gewohnt hat, besuchen.

Die Warteschlange ist lange. Die Leute um uns diskutieren, wie lange man bis zum Eintritt warten müsse. Man geht davon aus, dass man mindestens zwei Stunden Geduld haben müssen. So entscheiden wir uns schweren Herzens auf den Besuch zu verzichten.

Im Atelierhaus erfahren wir von einer Angestellten, dass man einen Slot hätte reservieren können. Leider erreicht uns diese Information zu spät. Nun aber zum Glück. „Wir müssen mal wieder nach Mexiko City reisen. Findest du auch, Sebastian?“ – „Klar, das machen wir.“ – „Gut.“

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