Das schöne Tal von Viñales

Heute ist früh aufstehen angesagt. Wir machen einen ausgedehnten Ausflug ins Viñales-Tal, um Tabak- und Kaffeebauern zu besuchen. Ela hat uns empfohlen, diese Reise zu unternehmen. Die Gegend liegt rund zweieinhalb Autostunden von Havanna entfernt, das versichert uns Armando, unser Fahrer. Er hat uns bereits zur Playa Girón gebracht und ist stolz auf seinen Renault Talbot Simca aus den frühen Achtzigerjahren. Immerhin, der Wagen läuft im Vergleich zu vielen anderen, die wir auf dem kurvigen Weg ins Viñales-Tal am Strassenrand stehen sehen. Aber die Hinreise dauert fast vier Stunden, denn die Strassen sind in einem schlechten Zustand und die Zeitangaben werden hier, wie auch in Mexiko schon, nicht so genau genommen.

Der lange Weg lohnt sich auf jeden Fall, denn wir tauchen in ein grünes, fruchtbares Tal ein, in dem die Äcker mit Ochsengespannen bearbeitet werden. Die Ernte wird auf Anhängern von Pferden gezogen. Es gibt fast keine motorisierten Landmaschinen hier, nur die staatlichen Betriebe verfügen über maschinelle Unterstützung.

Nach längerer Suche im touristischen Ort Viñales treffen wir bei einem Tabakbauer ein. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass es sich nicht um den Bauern handelt, der uns von Ela empfohlen wurde, sondern unser Chauffeur führte uns zu irgendeinem.

Wir werden herzlich empfangen, gleich zu Tisch gebeten und es wird aufgetischt und aufgetischt. Gemüse, Reis, Bohnen, fünf verschiedene Fleischgerichte, frittierte Bananen und zum Nachtisch ein Caramel-Flan. Alles ist sehr lecker; nur schade, dass durch das schwüle Wetter und die Hitze wir alle nicht so richtig Hunger haben. 

Wir werden angewiesen, dass es nach dem Essen gleich los geht in einen nahegelegenen Naturpark. Für den Bauern ist es klar, dass wir diese Tour mit Pferden machen. Für mich ist klar, dass ich diese Tour nicht mit dem Pferd mache. Fiona und Eileen möchten gerne mal wieder reiten, Nicole und ich sehen diese Tour als sportliche Betätigung und gehen zu Fuss.

Die Tour führt uns an reich bepflanzten Feldern vorbei zum Kaffeebauern. Hier werden wir in die Welt des Kaffees eingeführt.

Zurück beim Tabakbauern kriegen wir von seinem Vater eine Vorführung, wie man Zigarren herstellt. Es ist ein sehr aufwändiger Prozess den wir Schritt für Schritt verfolgen können. Interessant dabei ist, dass die Tabakblätter vor der Verarbeitung in einer Mischung von Wasser, Honig und Ruhm fermentiert werden. Jeder Tabakbauer hat dafür natürlich sein geheimes Rezept. 

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