On The Way To Veracruz

Auf der Weiterreise Richtung Veracruz besuchen wir eine weitere Adresse, die uns Tom aus L.A. empfohlen hatte. Wir haben Tom im Desert Hot Springs kennengelernt. Bevor man es nicht gesehen hat, weiss man auch nicht, wohin man kommt. Nun ja, wir kommen an einen wunderschönen und idyllischen Ort auf dem Land. Hier haben sich zwei argentinische Parfümeure einen Traum verwirklicht. Das Frühstück, das wir einnehmen, passt knapp in unser Budget, wenn wir danach zwei Tage Wasser und Brot essen. Aber der Ort strahlt eine besondere Ruhe aus und das junge belgische Paar, das den Laden führt, ist sehr sympathisch. Zum Schluss leisten wir uns einen „Raumduft“ für unseren Landy und führen unsere kleine Casa Juliette und ihrem Mann vor, was sie sehr beeindruckt.

Nach dem goldigen Frühstück haben wir genügend Energie, um 500 Kilometer Richtung Veracruz zu fahren. Wir landen nach längerer Suche für einen Nachtplatz in Seybaplaya. Ich finde das Hotel ist für 15 Franken total in Ordnung. Da kann ich auf ein Fenster verzichten und der Schimmel an den Wänden und Möbeln stört mich nicht. Nicole schläft im Landy, draussen vor dem Hotel auf dem Parkplatz 🙂

In die kleine Industriestadt Seybaplaya hat sich vermutlich noch nie ein Tourist verirrt. Die Atmosphäre wirkt auf mich nicht gerade einladend, aber das hängt vielleicht auch mit meiner Müdigkeit zusammen, denn 500 Kilometer auf Mexikos Strassen zurückzulegen, kann ziemlich anstrengend sein. Nachdem wir uns in unserer Absteige einquartiert haben, ziehen wir durch die Stadt und suchen uns eine Bar für das verdiente Feierabendbier. 

Natürlich zieht es uns dorthin, wo Musik ertönt. Die Bar ist ziemlich schäbig, ganz dem restlichen Stadtbild entsprechend. Wir bestellen unser Bier und lauschen der überdrehten Musik der One-Man-Show. Kaum habe ich mein Bier fertig, wird mir ein zweites Bier gebracht, offeriert von einem Typen weiter hinten in der Bar. Hmm… denken wir uns, aber ja „no hay problema“. Wir bedanken uns und trinken weiter. Nicht mal in der Hälfte des zweiten Biers, kommt ein drittes Bier. Da dämmert es uns aber sauschnell. Jedes Mal hat uns eine andere Chica mit kurzem Schlauchkleid bedient. Ou weja, wir sind im Puff der Stadt gelandet. Zwei, drei Schlücke, die Rechnung zahlen und wir machen uns vom Acker. Ich würde sagen, im letzten Moment, bevor es richtig unangenehm wird.

Wir schlendern weiter durch die Stadt und kommen an einen Umzug vorbei, der einmal jährlich zum Jahresabschluss von den Schulen organisiert und durchgeführt wird. Mich erinnert das Ganze an die erste Street Parade im Jahr 1992. Der Umzug zieht mit den geschmückten Pick-Ups mit Anhänger lautstark durch die Gassen. Die Schüler und Schülerinnen werfen dem Publikum am Strassenrand Süssigkeiten zu. Die Stimmung ist lebendig und freundlich, das Ganze gibt der Stadt plötzlich einen positiven Touch. Hungrig suchen wir uns etwas zu Essen und landen bei einer netten Tacos-Bar, von der wir das Treiben weiterverfolgen können.

Am nächsten Tag geht es weiter von Seybaplaya nach Acayucan, einem weiteren Etappenziel auf unserer Reise nach Veracruz. Diesmal sind es fast 600 Kilometer, die wir an einem Tag zurücklegen. Wir fahren wie am Schnürchen ohne nennenswerte Zwischenfälle. Nach über acht Stunden Fahrt kommen wir in Acayucan an. Dort haben wir bereits ein Hotel mit einem sicheren Parkplatz reserviert. Wir geniessen die geschäftige Samstagabend-Stimmung dieser Stadt.

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